Im Rahmen der Feierlichkeiten des 850. Münchner Stadtgeburtstages richtete das Buddhistische Zentrum München am 11. August 2008 das Symposium „Buddhismus trifft Münchner Wissenschaft“ im Audimax der Technischen Uni München aus.
Es war gleichermaßen ein Experiment wie eine große Ehre, drei so hochrangige Persönlichkeiten mit unterschiedlichstem Hintergrund zusammenzuführen:
- Lama Ole Nydahl: Der wohl bekannteste westliche buddhistische Lehrer
- Prof. Dr. Hans-Peter Dürr: Ehemaliger Professor (LMU), jahrelang Direktor des Max-Planck-Institut Garching, Buchautor und Ehrenbürger der Stadt München
- Prof. Dr. Harald Weinfurter: Professor für Quantenoptik (LMU) und Max-Planck-Institut Garching
(mehr zu den Referenten: siehe www.buddhismus-wissenschaft.de )

Wer kam bei strömendem Regen überhaupt zu so einer Veranstaltung?
Um es gleich vorwegzunehmen: Fast doppelt so viele Menschen wie erwartet! Insgesamt 1800 Wissenschaftler, Buddhisten und solche, die vielleicht eines von beidem werden wollen, brachten die Freunde an den Eingangskassen zum Schwitzen. Sie füllten nicht nur den größten Hörsaal des Gebäudes (Audimax), sondern es gab sogar eine Live-Übertragung in einen zweiten Hörsaal.
Der Ablauf war sozusagen wie im Teilchenbeschleuniger organisiert:
Allerdings durften die Referenten, bevor sie in der Diskussionsrunde aufeinander trafen, selbst Fahrt aufnehmen:
- Prof. Weinfurter begann mit den Grundlagen der Quantenphysik und beschleunigte unsere grauen Gehirnzellen gleich mit. Er vermittelte lebendig und einfach selbst komplexeste Zusammenhänge.
„Jetzt hab ich das endlich verstanden“, sagte eine Freundin später auf der Feier im Zentrum.
- Prof. Dürr verband das Physische mit dem Lebendigen und ließ uns an seiner lebensfrohen und witzigen Art teilhaben.

- Lama Ole Nydahl beleuchtete die Wirklichkeit aus der buddhistischen Perspektive, die volle menschliche Entwicklung zum Ziel hat. Lama Ole schloss seinen Vortrag mit der kürzesten Meditation, die er öffentlich wohl je gab.
Selbst die Streamingzuhörer sagten, dass im Saal außergewöhnlich tiefe Konzentration zu spüren gewesen sei. Lama Ole empfahl, die einfache Meditation mehrmals täglich zu wiederholen.

Podiumsdiskussion und Party
Die anschließende Diskussion hier zusammenfassen zu wollen, kann ohnehin nur schief gehen …
Nur soviel: Alle drei zeigten sich als Meister ihres Faches und beeindruckten auch dadurch, Sprachbarrieren und Begriffsunterschiede zu erkennen und nach Möglichkeiten aufzulösen.
So sprachen Prof. Dürr und Lama Ole beispielsweise über den Begriff „Raum“, der sich sowohl im Zusammenhang mit Koordinatensystemen verwenden lässt, als auch als allem zugrunde liegender Raum mit ungeheurem Potential.
Auch ist ein Ausdruck von Klarheit in Erinnerung geblieben: Im Buddhismus geht diese auf eine 2500 Jahre alte Tradition der Auseinandersetzung mit dem Geist zurück. Von der wissenschaftlichen Seite zeigte sie sich beispielsweise durch Prof. Weinfurters klare Darstellung der Bedeutung – und gleichzeitig der Grenzen – von experimenteller Physik.

Im Anschluss begaben sich die Referenten, geladene Gäste und Veranstalter in die Räume des Buddhistischen Zentrums in der Gabelsbergerstr. 52, um die Diskussion bei einem gemeinsamen (und, soweit ich mir hab sagen lassen, vorzüglichem) Mahl fortzuführen.
Auch draußen im Hof sammelten sich Gäste aus dem Publikum. Unser kleines „Stüberl“ war bereits brechend voll, genauso wie der Durchgang zum Innenhof, wo es - trotz Regen, Blitz und Donner - Eintopf mit Bohnen & Hackfleisch gab.
Um mehr Platz geben zu können, wurden nach einer Weile die Türen zur eigentlich „geschlossen“ geplanten Abendveranstaltung in den Haupträumen des Zentrums geöffnet.
Lama Ole, die Professoren und die weiteren Gäste störte der Trubel nicht im Geringsten. Sie verbrachten den Abend ganz entspannt bis fast 1 Uhr nachts bei uns.
Riesigen Dank an Lama Ole, die beiden Professoren, den Moderator, alle Organisatoren, Techniker, Helfer und natürlich dem großen Auditorium
Bianca und Christian
Posted by admin at 1:28am
Tags: Buddhismus, Quantenphysik, Wissenschaft
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